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Informationen zur gebietsfremden Ameisenart Tapinoma magnum
Informationen zur gebietsfremden Ameisenart Tapinoma magnum
An dieser Stelle beantwortet die Stadtverwaltung häufige Fragen zur neuartigen Ameisenart, die auch in Grünstadt aufgetreten ist.
Was ist Tapinoma magnum?
Die Tapinoma magnum (Große Drüsenameise) ist eine ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatete Ameisenart. Durch den Klimawandel und den globalen Warenverkehr hat sie sich inzwischen auch in Deutschland dauerhaft angesiedelt.
Die Art bildet sogenannte Superkolonien mit mehreren Königinnen, die sich über ganze Straßenzüge erstrecken können. Die Nester erreichen Tiefen von bis zu einem Meter. Tapinoma magnum verdrängt heimische Ameisenarten, untergräbt Pflastersteine und Wege und kann durch ihren Nestbau sogar elektrische Anlagen beschädigen.
Wie erkennt man Tapinoma magnum?
Geruch
Zerdrückte Tiere verströmen einen markanten, chemisch-süßlichen Geruch (z. B. Zitrone, Pfefferminze oder Aceton). Heimische Ameisen sind hingegen geruchslos oder riechen neutral.
Größe und Farbe
Die Arbeiterinnen variieren in ihrer Größe zwischen etwa 2,5 und 3,5 mm. Heimische Arten sind meist gleichmäßiger in der Größe.Tapinoma magnum ist dunkel bis schwarz gefärbt.
Breite der Ameisenstraßen
Typisch sind breite, oft mehrspurige Ameisenstraßen. Heimische Arten bewegen sich meist in schmalen, einspurigen Linien.
Verhalten
Bei Störung strömen zahlreiche Tiere gleichzeitig aus dem Nest und greifen an. Heimische Ameisen zeigen dagegen eher Fluchtverhalten und treten vereinzelt auf.
Aussehen der Puppen
Die Entwicklung erfolgt über sogenannte Nacktpuppen (ohne Kokon). Bereits im Puppenstadium sind die Beine sichtbar.
Was tun bei einem Verdachtsfall?
Bitte melden Sie Ihren Verdacht bei Frau Jasmin Röhricht, Abteilung 2 – Ordnungs- und Sozialverwaltung, jasmin.roehricht@gruenstadt.de, 06359 / 805-316
Für eine erste Einschätzung werden folgende Angaben benötigt:
- Ihre Kontaktdaten
- Datum und Uhrzeit der Beobachtung
- genauer Standort (Adresse oder möglichst präzise Beschreibung)
- aussagekräftige Fotos
Wer ist für die Bekämpfung zuständig?
- Öffentliche Flächen: Kommune
- Private Flächen: Grundstückseigentümer
Wie funktioniert die Bekämpfung?
Die Bekämpfung ist eine Gemeinschaftsaufgabe von Kommune und privaten Eigentümern. Auch Nachbargrundstücke sollten einbezogen werden.
Eine vollständige Beseitigung etablierter Superkolonien ist kaum möglich. Ziel ist daher die Eindämmung der Ausbreitung.
Bewährte Maßnahmen
- Heißwasser-(Schaum)-Methode
Bei gut zugänglichen Nestern kann kochendes Wasser (ca. 95 °C) eingesetzt werden. Durch Zusatz von Kokosöl oder Maisstärke entsteht ein Schaum, der die Hitze länger speichert. Hinweis: Pflanzen in der Umgebung können geschädigt werden.
- Kieselgur
Ein feines Pulver aus Kieselalgen (Diatomeenerde), das den Chitinpanzer der Ameisen schädigt und zum Austrocknen führt. Hinweis: Nur bei trockener Witterung anwenden.
Es wird empfohlen, Maßnahmen regelmäßig (mind. 1× wöchentlich) von April bis Oktober durchzuführen. Besonders wichtig sind die Monate April und Mai.
Wie geht die Stadtverwaltung vor?
Bei Befall auf öffentlichen Flächen übernimmt der Bauhof des Entsorgungs- und Abfallwirtschaftsbetriebs die Bekämpfung. Zunächst erfolgt der Einsatz von Kieselgur. Anschließend ist die Heißwasser-Schaum-Methode angedacht.
Was können Sie als Privatperson tun?
Eigentümer sind für die Bekämpfung auf privaten Flächen selbst verantwortlich. Die genannten Maßnahmen können entsprechend auf privaten Flächen angewendet werden. Ein geringer Befall von Tapinoma magnum kann bereits durch das Übergießen mit heißem Wasser aus einem Topf oder Wasserkocher eingedämmt werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, einen professionellen Schädlingsbekämpfer zu beauftragen.
Bei gleichzeitigem Befall angrenzender öffentlicher und privater Flächen ist eine abgestimmte Bekämpfung durch den Eigentümer und Kommune sinnvoll. Jede Partei übernimmt dabei die Maßnahmen auf ihrer jeweiligen Fläche.