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Jüdischer Friedhof
Jüdischer Friedhof
Der Jüdische Friedhof in Grünstadt ist ein bedeutendes Zeugnis jüdischer Geschichte und Kultur in der Region. Die großflächige Anlage wurde um 1700 auf dem Gelände einer ehemaligen Sandgrube angelegt und im 19. Jahrhundert sowie 1881 erweitert. Die letzte Bestattung fand 1969 statt. Heute sind insgesamt 453 historische Grabsteine erhalten.
Ziel der Stadt Grünstadt ist es, dieses bedeutende historische Ensemble langfristig zu erhalten und die historischen Grabsteine fachgerecht zu sichern und zu restaurieren.
Engagement für den Erhalt
In den Jahren 2022 und 2023 fanden umfangreiche ehrenamtliche Reinigungsaktionen auf dem Friedhof statt. Initiiert wurden diese von Frau Richarda Eich, die sich gemeinsam mit zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern für den Erhalt der historischen Grabsteine engagierte. Dabei wurden insbesondere Moose und Flechten entfernt, um die Grabsteine besser sichtbar zu machen und ihren weiteren Verfall zu verlangsamen.
Aus dieser Initiative entstand außerdem die Idee, einen digitalen Belegungsplan zu erstellen. Gemeinsam mit Dr. Robert Danziger vom Verein Mamapa e. V. und weiteren Ehrenamtlichen wurden sämtliche Grabsteine fotografiert, lokalisiert und digital dokumentiert.
Der daraus entstandene digitale Belegungsplan macht die Grabsteine und die zugehörigen Informationen öffentlich zugänglich. Hierfür erhielten sie Anfang 2026 den Landespreis Ehrenamt 4.0, verbunden mit einer Geldspende in Höhe von 1.000€.
Zustand der historischen Grabsteine
Nach der Reinigung und teilweise erfolgten Wiederaufstellung wurde der Zustand der Grabsteine fachlich untersucht und dokumentiert. Dabei wurde jeder einzelne Grabstein erfasst und bei bestehendem Restaurierungsbedarf ein entsprechendes Schadensprotokoll erstellt.
Von den insgesamt 453 erhaltenen Grabsteinen weisen 183 denkmalgeschützte Grabsteine einen akuten Restaurierungsbedarf auf.
Die Schäden sind unterschiedlich stark ausgeprägt. Festgestellt wurden unter anderem Risse im Sandstein, Abplatzungen, Schalenbildungen, Moos- und Feuchtigkeitsschäden sowie Schäden an den kunstvollen Ornamenten und Inschriften.
Aufgrund der großen Anzahl sanierungsbedürftiger Grabsteine soll die Restaurierung schrittweise erfolgen. Vorrang haben zunächst die am stärksten geschädigten Grabmale.
Für die Restaurierung der historischen Grabsteine erfolgt mit tatkräftiger und finanzieller Unterstützung von Frau Richarda Eich.