68. Weingräfin Laura I aus Bockenheim (Wstr.)

Bockenheim erhält seine neunte Weingräfin

Laura Wessa wird 68. Weingräfin des Leiningerlandes 2017/18

Die 68. Weingräfin des Leiningerlandes 2017/18 heißt Laura Wessa und kommt aus Bockenheim. Die 22-jährige studierte nach ihrem Abitur in Saarbrücken sieben Semester Gesundheitsmanagement, ehe sie mit dem „Bachelor of Art“ den Fachbereich erfolgreich abschloss und heute in einer Wormser Arztpraxis als Gesundheitsmanagerin arbeitet. Die Bockenheimerin, sie wurde von Ortsbürgermeister Kurt Janson der Stadtverwaltung Grünstadt vorgeschlagen, hatte schon immer den Wunsch, einmal Weingräfin zu werden.

Oma Marianne war sechste Weingräfin

Mit daran schuld war ihre Oma, Marianne Hüsch, die in Bockenheim lebt und als sechste Weingräfin der damaligen Unterhaardt 1955/56 regierte. „Ich hatte als Kind immer den Weingräfinnen-Umhang meiner Oma an und trug deren Krone, die sie heute noch besitzt“, erzählt Laura. Die Kronen durften anno dazumal die Weinhoheiten behalten, die seien nämlich aus verstärkter Pappe gewesen. Diese Zeiten sind längst vorbei. Heute gibt die Weingräfin ihre Krone, die aus 925-Sterling-Silber handgefertigt ist, an ihre Nachfolgerin weiter.

Amtliche Bezeichnung: „Laura I. aus Bockenheim“

Damals repräsentierten die Weinhoheiten überwiegend in der Region, waren auf Weinfesten und Weinkerwen in den Dörfern vertreten. Heute sind die Weingräfinnen auch auf Touristik- oder Weinmessen gefragt, vertreten dabei nicht nur Winzer und Wein, sondern Landschaft und Historie. Also auch Wald und Burgen. „Gerade der Tourismus hat bei uns in den letzten Jahren enorm zugenommen, was die Übernachtungs- und Gästezahlen deutlich beweisen“, so Grünstadts Beigeordneter und Tourismus-Dezernent Hans Tisch am vergangenen Mittwoch in Bockenheim. Die designierte Weingräfin, sie wird die Bezeichnung „Laura I. aus Bockenheim“ tragen, hat sich viele Tipps und Anregungen von ihrer Freundin Anna-Lena Müsel, die noch bis zum Weinfest-Auftakt als 67. Weingräfin regiert, geben lassen. „Anna-Lena war begeistert, als ich ihr meine Bereitschaft zur Nachfolge von ihr signalisierte“, freut sich Laura.  

Gemeinde sowie Bauern- und Winzerschaft werden Laura unterstützen

Ortsbürgermeister Janson und die Beigeordneten Wieland Benß und Dieter Rösener hätten ihr ebenso volle Unterstützung zugesichert, wie die örtliche Bauern- und Winzerschaft, die übrigens im Weindorf auf dem Luitpoldplatz den zentral gelegenen Weinstand-Nummer 5 bewirtet. Beigeordneter Tisch und der Stellvertretende Leiter des städtischen Ordnungs- und Sozialamtes, Jürgen Bracht, der eigentlichen „Einsatzzentrale“ der Weingräfin, zeigten sich über die Haltung der politischen Gemeinde, die auch frühzeitig an den Ortseingängen Hinweisschilder mit dem Konterfei ihrer Weinhoheit aufstellen will, sehr beeindruckt. „Das ist heute keine Selbstverständlichkeit“, stellt Tisch fest. Laura Wessa, die bei ihren Eltern Sabine und Jürgen Wessa wohnt und deren Geschwister beide in Hamburg leben („Mein Bruder Christian ist 37, meine Schwester Katrin 32 Jahre, ich bin quasi eine Nachzüglerin“, so Laura spontan), passt in die Welt.

In Vereinen seit Jahren ehrenamtlich tätig

Im Gespräch mit ihr erkennt man sofort, dass sie eine angenehme Gesellschafterin ist, im Menschen das Gute sieht und selbstbewusst Gespräche führt. Sie nimmt dabei kein Blatt vor den Mund, spricht leidenschaftlich und mit Stolz über ihren großen Freundeskreis. Wie sie andeutet, wirbelte sie bereits in jungen Jahren als Tanzmariechen über die Bühne des Bockenheimer Carnevalvereins, ist diesem heute noch als verantwortliche Trainerin der Jugendtanzgarde und der Tanzmariechen treu geblieben und verstärkt aktiv die eigene Showtanzgruppe. Dazu trainiert Laura regelmäßig bei einem Tanzsportclub in Worms Rock´n´Roll. Den tanzt sie mit großer Leidenschaft. Bei der weithin bekannten Modern-Sound-Big-Band spielt sie Saxophon und hilft aktiv bei der Bockenheimer Burschenschaft, dem ältesten Verein im Ort, der sich unter anderem der Organisation der alljährlichen Weinkerwe und anderer Kulturveranstaltungen verschrieben hat. Vielseitiger kann eine junge Dame kaum sein, mit 22 Lenzen ein prädestiniertes Beispiel für ehrenamtliches Engagement im Interesse der Allgemeinheit. Beispielhaft. „Ich muss nun ein Jahr natürlich etwas kürzer treten“, ist sich die künftige Bockenheimer Weingräfin, übrigens die Neunte aus Bockenheim, bewusst. Aktuelle Pop-Musik und die von Techno-Musiker Paul Kalkbrenner liebt sie.

Ernennung am 9. Juni am Weinstraßenhaus in Bockenheim

Nun gilt es noch einiges über das Leiningerland zu erfahren. „Ich habe mir dafür bereits Fach-Lektüren besorgt, das klappt schon“, ist Laura zuversichtlich. Die Ernennung durch Bürgermeister Klaus Wagner wird am Freitag, 9. Juni, 12 Uhr, auf der Seeterrasse am Weinstraßenhaus in Bockenheim erfolgen, die Krönung ist am Freitag, 21. Juli, 19 Uhr, zum Weinfestauftakt im Weindorf auf dem Luitpoldplatz vorgesehen.

    Die Geschichte der Weingräfinnen des Leiningerlandes sowie eine Auflistung aller bisherigen Weingräfinnen finden sie auf der Seite Geschichte der Weingräfin



    69. Weingräfin 2018/19 - Julia IV. aus Battenberg

    Battenberg erhält seine erste Weingräfin

    Weingräfin des Leiningerlandes 2018/19 wird erstmals eine junge Frau aus Battenberg.  So folgt Julia Denig der Berufung der Stadt Grünstadt und teilte kürzlich mit das Amt als Nachfolgerin von Laura I. ausüben zu wollen.
    Julia Denig wurde 1998 geboren und absolviert derzeit die höhere Berufsfachschule in Bad Dürkheim im Rahmen einer vollschulischen Berufsausbildung zur Assistentin für Handel und E-Commerce.
    Die Eltern der 19-jährigen, Heidi und Christian Denig, betreiben in Battenberg das gleichnamige Familienweingut mit etwa 21 Hektar Rebfläche und einem Anteil von etwa 60 Prozent Weißweinen.
    Julia IV. aus Battenberg – so die offizielle Bezeichnung für ihre bevorstehende Amtszeit - hat einen 17-jährigen Bruder, Alexander Denig, welcher derzeit eine Ausbildung zum Winzer im elterlichen Weingut absolviert. Mit ihrer Tante, Charlotte Steinmetz (geb. Denig), welche 1994/95 das Amt der Pfälzischen Weinprinzessin innehatte sowie der Cousine der Mutter, Rita Beck-Battschinger (geb. Beck), welche 1986/87 die 37. Weingräfin des Leiningerlandes war, gehören bereits zwei Weinhoheit zum Familienkreis der begeisterten FCK-Anhängerin.
    Ernannt wird die quirlige Battenbergerin, zu deren Hobbies das Backen und Tanzen aber auch die aktive Mitgliedschaft im Kerwekomitee Kleinkarlbach gehören am 22.06.2018 im elterlichen Weingut. Die Krönung findet traditionell zum Auftakt des Grünstadter Weinwettstreits am Freitag, den 20.07.2018 auf dem Luitpoldplatz statt.


    69. Weingräfin des Leiningerlandes Julia Denig 2018/19 - Julia IV. aus Battenberg