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/ Soziales + Sport / Soziale Hilfen / Pflegeversicherung, Pflegegeld

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Allgemeine Beschreibung

Voraussetzung für Leistungen der Pflegeversicherung sind zumindest geringe gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten, die Hilfe durch andere notwendig machen. Dabei sind Einschränkungen in sechs verschiedenen Bereichen (Modulen) relevant, die unterschiedlich stark gewichtet sind:
 
1. Mobilität (10 %)
2. kognitive und kommunikative Fähigkeiten oder
3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen (15 %)
4. Selbstversorgung (40 %)
5. Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen (20 %)
6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte (15 %)
 
Bei den Modulen 2 und 3 fließt nur das Modul in das Gesamtergebnis mit ein, bei dem die Einschränkungen schwerwiegender sind.
 
Eine weitere Voraussetzung ist, dass der Hilfebedarf auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, vorliegt.
 
Die Leistungen der Pflegekassen sind überwiegend nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit gestaffelt, dieser wird durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) oder andere von der Pflegekasse beauftragte Gutachterinnen und Gutachter festgestellt. Anhand des erstellten Gutachtens erlässt die Pflegekasse einen Feststellungsbescheid.
 
Die Höhe der Leistungen ist abhängig von dem Pflegegrad. Der Pflegegrad ergibt sich aus der Schwere der Einschränkungen, gemessen in einem Punktbereich zwischen 0 und 100.
 
Pflegegrad 1:
geringe Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten
ab 12,5 bis unter 27 Gesamtpunkte.
 
Pflegegrad 2:
erhebliche Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten
ab 27 bis unter 47,5 Gesamtpunkte.
 
Pflegegrad 3:
schwere Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten
ab 47,5 bis unter 70 Gesamtpunkte.
 
Pflegegrad 4:
schwerste Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten
ab 70 bis unter 90 Gesamtpunkte.
 
Pflegegrad 5:
schwerste Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung
ab 90 bis 100 Gesamtpunkten oder bei besonderen Bedarfskonstellationen, die einen spezifischen, außergewöhnlich hohen Hilfebedarf mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung aufweisen.
 
Folgende Leistungen der Pflegeversicherung werden in Form von Sach- und Geldleistungen monatlich bis zu folgenden Summen erbracht:
 
• Pflegegrad 2
o Pflegegeld:  316 Euro 
o Pflegesachleistung: 689 Euro 
o Tages-/Nachtpflege: 689 Euro
o vollstationäre Pflege: 770 Euro
 
• Pflegegrad 3
o Pflegegeld: 545 Euro 
o Pflegesachleistung: 1298 Euro
o Tages-/Nachtpflege: 1298 Euro
o vollstationäre Pflege: 1262 Euro
 
• Pflegegrad 4
o Pflegegeld: 728 Euro 
o Pflegesachleistung: 1612 Euro 
o Tages-/Nachtpflege: 1612 Euro
o vollstationäre Pflege: 1775 Euro
 
• Pflegegrad 5
o Pflegegeld: 901 Euro 
o Pflegesachleistung: 1995 Euro 
o Tages-/Nachtpflege: 1995 Euro
o vollstationäre Pflege: 2005 Euro.
 
Pflegebedürftige Menschen in häuslicher Pflege haben Anspruch auf einen Entlastungsbetrag in Höhe von bis zu 125 Euro monatlich, auch bei Pflegegrad 1. Der Betrag kann eingesetzt werden für die Inanspruchnahme von
  • Tages- oder Nachtpflege,
  • Kurzzeitpflege,
  • ambulanten Pflegediensten, in den Pflegegraden 2 bis 5 jedoch nicht für Leistungen im Bereich der Selbstversorgung, sowie
  • Unterstützungsangeboten im Alltag (§ 45a SGB XI).
Die Leistung wird von der Pflegekasse im Wege der Kostenerstattung gegen Vorlage der Belege über die entstandenen Eigenbelastungen erbracht.
 
Bei vollstationärer Pflege und Pflegegrad 1 gewährt die Pflegeversicherung einen Zuschuss in Höhe von 125 Euro monatlich.
 
Wer einen Angehörigen mindestens ein halbes Jahr in seiner häuslichen Umgebung pflegt, hat Anspruch auf   Verhinderungspflege und kann sich im Höchstfall für maximal 6 Wochen im Jahr vertreten lassen. Die Pflegekassen zahlen bis zu 1612 Euro für die Ersatzperson. Es können ergänzend bis zu 50 Prozent des Kurzzeitpflegebetrages (806 Euro) als häusliche Verhinderungspflege genutzt werden.
 
Auch besteht die Möglichkeit einer Kurzzeitpflege in einer stationären Einrichtung, wenn weder häusliche noch teilstationäre Pflege möglich oder ausreichend ist, dies wäre zum Beispiel der Fall, wenn die Pflegeperson durch Krankheit oder Urlaub verhindert ist. Die Kurzzeitpflege wird für höchstens 8 Wochen im Jahr geleistet und darf den Höchstbetrag von 1612 Euro nicht übersteigen. Reicht die Kurzzeitpflegeleistung nicht aus, kann zusätzlich auch der Leistungsbetrag für Verhinderungspflege in Anspruch genommen werden.
 
Weitere Leistungen:
  • Bei Bedarf werden verschiedenste Pflegehilfsmittel zur Verfügung gestellt (auch bei Pflegegrad 1). Das können Pflegebetten oder Hausnotrufsysteme sein, aber auch z. B. Verbrauchsartikel, die nicht mehrfach benutzt werden dürfen, wie etwa Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe oder Windeln. 
  • Die Pflegekasse gibt Zuschüsse von bis zu 4000 Euro (auch bei Pflegegrad 1) für die Verbesserung des Wohnumfelds (z. B. Türverbreiterungen, fest installierte Rampen oder Veränderungen im Bad und WC). Diese müssen vor Beginn der Umbauten beantragt werden.
  • Pflegekurse für Angehörige (auch bei Pflegegrad 1), 
  • Übernahme von Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung für die Pflegeperson (abhängig von Erwerbstätigkeit der Pflegeperson und Pflegebedarf des Pflegebedürftigen).
  • Zusätzliche Leistungen für Pflegebedürftige in ambulant betreuten Wohngruppen (auch bei Pflegegrad 1).
  • Anschubfinanzierung zur Gründung von ambulant betreuten Wohngruppen

Ergänzungen

Landespflegegeld

Anspruch auf Landespflegegeld haben alle Rheinland-Pfälzer, die durch Geburt, Krankheit oder Unfälle außerordentlich behindert sind. Das Landespflegegeld stellt eine finanzielle Entlastung für Mehraufwendungen dar, die automatisch bei der nötigen Fürsorge für einen Schwerbehinderten anfallen und beträgt 383,47 € monatlich. Das Landespflegegeld ist - auch wenn die Antragstellung beim Sozialamt erfolgt - keine Leistung der Sozialhilfe. Es wird deshalb unabhängig vom Einkommen und Vermögen gewährt.

Auf das Landespflegegeld werden aber Leistungen bei Pflegebedürftigkeit nach anderen Rechtsvorschriften, z.B. die Pflegegeldzahlung der Pflegeversicherung, angerechnet, so dass in der Regel erst die Antragstellung bei der Pflegekasse erfolgen muss.

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